"Nein, das ist kein Märchen sondern unsere einzige Chance unsere liebe Gebieterin aus ihrem Gefängnis zu befreien. Weisst du noch wo und wie man das Biesterkraut besorgen kann ?" - fragte mich Uriel.
"Jein!" - antwortete ich.
"Wie jein? Was heisst das genau?" - fragte Muriel.
"Das Biesterkraut kann kein Mensch finden aber ich kenne die Sage wie man es finden kann - wenn das überhaupt stimmt!"
"Dann nichts wie los, die Zeit drängt!" - sagte Uriel.
"Aber, aber, nicht so hastig, Uriel. Wir müssen zuerst ein Igelbaby finden"
"Ein Igelbaby? Igitt, wozu soll das denn gut sein?" - fragte Muriel.
"Nur seine verzweifelte Mutter ist in die Lage, das Biesterkraut in einer Vollmondnacht zu finden!" - antwortette ich.
"Das sollte kein Problem sein. Unsere Helfer, die überall auf die Welt im Einsatz sind finden bestimmt irgendwo ein Igelbaby." - sagte Uriel.
"Schon gut. aber nicht vergessen, morgen ist schon Vollmond."
Uriel und Muriel setzen alle ihre Helfer auf der ganzen Welt auf die Suche nach einem Igelbaby. Es vergingen nur ein paar Stunden und die Helfer meldeten ein gefundenes Igelbaby gar nicht sehr weit entfernt. Ich machte mich sofort an die Arbeit und baute einen eisernen Käfig. Als der Käfig fertig war, ging ich zur gemeldeten Fundstelle, sperrte das kleine hilflose Igelbaby in den Käfig ein und versteckte mich in seiner Nähe.
Das Igelbaby versuchte sich zu befreien und fing an zu weinen und um Hilfe zu schreien, das es schlecht war anzuhören. So weh es mir auch tat, so musste ich doch hart bleiben. Ich durfte nicht nachgeben. Bald kam die Igelmutter mit Nahrung an und versuchte verzweifelt das hilfslose Baby zu befreien, aber gegen den Stallkäfig war sie Machtlos.
Verzweifelt, mit tränenüberfluteten Augen, lief die Igelmutter weg und liess das Baby allein, das noch herzbrechender anfing zu schreien und zu weinen als es sah, dass seine Mutter auch es verlassen hatte.
"Wo läuft er denn jetzt hin?" - fragten mich Uriel und Muriel, die zusammen mit mir auf der Pirsch waren. "Ich glaube dass er jetzt nach der Biesterkraut sucht" antwortete ich leise. Aber kaum hatte ich geantwortet sah ich die Igelmutter mit einem Kraut in dem Maul sich dem Stahlkäfig nähern. Der Igel berührte den Käfig mit dem Biesterkraut und wie durch ein Wunder sprang die Türe auf und das Igelbaby war frei.
Jetzt musste ich berit sein, das Kraut im richtigen Moment ihr wegzunehmen, bevor es verloren ging. Die Igelmutter, glücklich ihr Baby befreit zu haben, liess das Kraut fallen und die beiden verschwanden im Gebüsch. Da war ich an der Reihe, das Kraut sofort aufzuheben und zur Befreiung der Gebieterin der guten Geister der Unterwelt, mit Uriel und Muriel mich zu beeilen.
Nicht weit vom Münzberg entfernt, auf dem Fürstendorfer Weinberg, befand sich der Eingang zu den unterirdischen Gängen des ehemaligen Fürsten Rákóczi. Uriel und Muriel führten mich dorthin. Nachdem wir auf eine geschlungene schmale Treppe in die Tiefe abstiegen, kamen wir in eie Art unterirdische Kreisverkehr. Dank Uriel und Muriel, die den Weg auch ohne Schilder kannten, fanden wir die richtige Richtung. Der Weg führte zu einen Labyrint das wir auch schnell verliessen. Am Ende des Labyrints eröfnette sich vor meinen Augen ein unterirdischer Palast aus Marmor, Malachit und Alabaster der mit Gold, Silber, Diamanten, Bergkristale und Edelsteine aller Art geschmückt und gefüllt war.
"Woher habt ihr denn so viele Schätze?" - fragte ich die zwei. "Schon vergessen? Wir sind doch die gute Geister der Bergwerke. Nur durch unsere Hilfe finden die Bergleute. Gold, Silber, Edelsteine und andere Schätze." sagte Muriel.
Wir durchquerten viele mit Schätze gefühlte Räume bis wir den Raum erreichten, in dem ein Käfig aus massivem Stahl stand. Im Käfig sass ein junges etwa 18 jähriges Mädchen. Ihre Augen waren gross und blau, ihre Haare - die bis zur Erde reichten - waren hell wie Gold und ihre Lippen zart, wie rosarote Rosenblüten. In ihre Hände hielt sie ein halbfertig genähtes Männerhemd. Als ich sie erblickte, verliebte ich mich auf der Stelle in sie. So ein schönes Mädchen hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen.
Ich berührte den Käfig mit dem Biesterkraut. Die Schlösser öffneten sich, die Zargen brachen ab und die schwere Tür viel auf den Boden. Die blonde Schönheit sprang auf und lief lächelnd in meiner Richtung. Vor lauter Freude wollte ich sie umarmen und küssen, doch kaum habe ich sie berührt, krochen Schlangen aus ihrem Mund und Feuer stiess aus ihre Kehle. Da erkannte ich sie und wusste, dass sie Julianne Rákóczi, die verwünschte Tochter des Fürsten Franz Rákóczi war, die durch den Fluch ihres Vaters auf ewig verdammt wurde.
Die Schlangen wollten mich beissen. Ich wollte weglaufen, aber meine Beine gehorchten mir nicht. Ich versuchte mich zu verteidigen doch einer der Schlangen hat mich am rechten Oberarm gebissen. Das tat höllisch weh und ich wachte auf.
Als ich meine Augen öffnete sah ich verschwommen an meinem Bett zwei helle Gestalten stehen. Als meine Augen sich an das Tageslicht gewöhnten sah ich, dass es zwei Ärzte waren die mir eine Spritze in den Rechten Oberarm gaben um das Gift der Pilzen zu anulieren, die ich am vorigen Abend gegessen hatte.
Verfasser : Tiberius Hauler
****
****
****
****
****
****
****
Der erlösende Kuss
Fantasie - Kurzgeschichte
Schon viele Menschen haben in klaren Vollmondnächten auf der höchsten Erhöhung des Fürstendorfer Weinberges, die helle Gestallt der traurigen Prinzessin gesehen. Manchmal kommt sie bei Vollmond aus den geheimen unterirdischen Gängen ihres Vaters heraus, spaziert hin und her, das halbvertig genähte Männerhemd in ihren Händen haltend und jedes mal hoffend, ein tapferer Mann wird sie endlich von ihrem Schicksal erlösen.
Wie viele tapfere Männer haben nicht schon davon geträumt sie zu retten und sie zur Frau zu nehmen. Manche wegen ihrer Schönheit, andere wegen ihres Vermögens. Namhafte tapfere Ritter und einfache, arme Burschen. Aber keiner hat es bis heute geschafft. Keiner.
Einzig und allein ihre Tante, die in Fürstendorf lebt, kann sich ihr nähern und sie mit Nahrung und Kleidung versorgen - wie man ´s erzählt. Sonst überhaupt niemand!
Das Leid der Prinzessin fing vor mehreren Jahrhunderten an. Prinzessin Julianne, das einzige Kind des mächtigen Kurutzenfürsten Franz Rákóczi dem Zweiten, wohnte mit ihrem Vater im Schloss von Erdeed. Sie war damals kaum 18 Jahre alt, hatte lange blonde Haare, grosse strahlend blaue Augen und eine bezaubernde Figur. Ihren Vater, die Mutter war schon seit längerer Zeit verstorben, liebte sie über alles und der Fürst war sehr stolz auf seine wunderschöne Tochter, die er leider viel zu oft, für längerer Zeit alleine lassen musste.Fürst Franz befand sich seit viele Jahren im Krieg mit einem mächtigen Feind, dem König der Labanzen, der Verzweifelt versuchte ihn lebendig gefangen zu nehmen. Infolge der Kampfhandlungen blieb der Fürst für Wochen, manchmal sogar für Monate seinem Heim fern. Als er dann nach Hause kam wurde er von Julianne sehnlichst erwartet.
Kulturecke 2
Der Burg von Erdeed
EINST UND JETZT
»Möchte wieder in die Gegend,
Wo ich einst so selig war,
Wo ich lebte, wo ich träumte
Meiner Jugend schönstes Jahr!«
Also sehnt ich in der Ferne
Nach der Heimat mich zurück,
Wähnend, in der alten Gegend
Finde sich das alte Glück.
Endlich ward mir nun beschieden
Wiederkehr ins traute Tal;
Doch es ist dem Heimgekehrten
Nicht zumute wie dazumal.
Wie man grüßet alte Freunde,
Grüß ich manchen lieben Ort;
Doch im Herzen wird so schwer mir,
Denn mein Liebstes ist ja fort.
Immer schleicht sich noch der Pfad hin
Durch das dunkle Waldrevier;
Doch er führt die Mutter abends
Nimmermehr entgegen mir.
Mögen deine Grüße rauschen
Vom Gestein, du trauter Bach;
Doch der Freund ist mir verloren,
Der in dein Gemurmel sprach.
Baum, wo sind die Nachtigallen,
Die hier sangen einst so süß?
Und wo, Wiese, deine Blumen,
Die mir Rosa sinnend wies? -
Blumen fort und Nachtigallen
Und das gute Mädchen auch!
Meine Jugend fort mit ihnen;
Alles wie ein Frühlingshauch!
Nikolaus Lenau (1802-1850)
"De m-as mai intoarce-odatä
Acolo unde-am träit
Anii tineri altädatä
Visätor si fericit"
"Ò mint vágyom a vidékre
Hol boldog valék s vidám,
S iffjuságom legszebb évét
àtéltem s átálmodám."
www.bildegg.de